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Mainzer Rhein-Zeitung vom 3. März
2003

So eine Frechheit: Drecksäck tabulos!

Alternative Fastnacht im Haus der Jugend glänzte durch Einfallsreichtum

Auch in ihrer achten Kampagne haben die Meenzer Drecksäck nichts an Einfallsreichtum und Frechheit verloren. Das zeigte sich am Freitag auf der zweiten Sitzung der Kampagne im Haus der Jugend.

MAINZ. So richtig alternativ die Sau raus ließen die Meenzer Drecksäck im Haus der Jugend. Symbolisch dafür stand wieder das riesige rosarote Stoffschwein, das über die Köpfe der gut gelaunten Zuschauerschar kreuz und quer durch den Saal getrieben wurde. Dazu der Schlachtruf "Drecksau, Drecksau". Ein Ritual, das bei anderen Vereinen mit Getrampel gepflegt wird und als "Rakete" für besonders gute Beiträge bekannt ist.

Die Drecksäck nehmen die Tradition mit Vorliebe auf den Arm, verzichten auf Komitee und Präsident - und machen aus ihrer Sitzung ein Gaudium ohne Schunkeln, das auch sie nicht allzu ernst nehmen. Die Moderation liegt bei Günter Beck und Birgit Schütz, die dabei unentwegt in verschiedene Rollen schlüpfen. Beck etwa als ein verzweifelter Ady Schmelz, der bei "Wer wird Millionär" scheitert, weil er nicht weiß, woher der Rosenmontag seinen Namen hat.

Schon der Eröffnungsfilm ist bissige Satire: Hessens Koch hat Mainz von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten, es steht schlecht um die Stadt, und selbst der Oberbürgermeister muss (in einer Gastrolle) zugeben: "Der Beutel ist leer." Einzig Familie Becker (Dieter Kramer, Birgit Schütz, Angelika Spautz und Günter Beck ) versteht es, in der Not mit Hamsterkäufen Profit zu machen: "Butterfahrt zur Nonneau" heißt denn in diesem Jahr das Motto der Drecksäck. So versteht Günter Beck es prächtig, Vor- und Nachteile der Butter zu erläutern.

Ohne Scheu vor Tabus ist "Prediger" Peter H. Eisenhuth. Neben welt- und stadtpolitischen Themen - "Der Finther bleibt wohl stets ein Dummer / doch Hitler war ein Gunsenumer" - nimmt er die katholische Kirche aufs Korn und erinnert seine Fangemeinde an Schlagzeilen über sexuellen Missbrauch. Dazu singt der Chor (Silke Wernet, Colette Brosig, Christiane Faust, Thomas Schneider, Marie-Christin Winkler, Keyboard: Oliver Nieder) feinfühlig: "Ich war 13 und er 68ž" Eine Hommage an "Gin-derella" Queen Mum, dargestellt von Trudy Magin, rundet diese Nummer ab.

Politischen Müll besingt das Sondermülleinsatzkommando (Sigrid Friedrich, Tama Nau, Barbara Palzer, Ute Döbeling-Nau und Simone Gieswinkel) um Joachim Knapp . Schnell ist klar, welcher Dezernent oder Minister da jeweils aus grüner, gelber, roter und schwarzer Tonne gezogen wird.

Auch musikalisch wird die Sau rausgelassen. Für Stimmung sorgt nicht nur der schwul-lesbische Chor "Die Uferlosen". Das Schwein macht seine Runde auch beim Auftritt der Hausband "Toni, Ernst und die Hämmerle" um Michael Lechner und Hans Becker und bei den "Bösen auf Achse" um Markus Höffer-Mehlmer (Geigerfränzje "Fidel Francisco"). Höffer-Mehlmers Narrhallakommando geht in alle Krisenherde der Welt nach dem Motto: "Wer Düsseldorfer zum Schunkeln und Wiesbadener zum Lachen bringt, für den ist der Weltfrieden ein Klacks."

Als Kommissare gehen Astrid Becker , Inge Blitz, Barbara Lampe , Karla Martin, Ruth Remmel-Faßbender und Miguel Vicente vor, als ein "eiskalter Bruder" - ein Toter am Schloss - gefunden wird. Ermittlungen nehmen auch Nedim Tuyun , Kolja Zimmermann, Carsten Reimann, Birgit Schütz und Hermann Junglas auf.

Als Multikulti-Türke gibt Nedim Tuyun Sprachverwirrungen zum Besten. Gunter von Hagens Leichenausstellung "Körperwelten" persiflieren Dieter Kramer, Birgit Schütz und Markus Höffer-Mehlmer. Dann gibt's noch "Kasperle-Theater" (Anke Eckhardt-Würz, Monika Glaser , Helga Hofmann , Barbara und Stefan Keller, Dieter Kramer, Angelika Spautz ), ehe die Leichtmatrosen (Choreografie: Silke Jarzina) leichtbeschürzt zum Finale und zur Party überleiten.


Andrea Krenz

 


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de